Warum urbanyogamunich absolut einzigartig ist in München

Die Liste ihrer Arbeitgeber liest sich wie das Who-is-Who der Textil- und Modebranche: Peek & Cloppenburg, Charles Vögele, SportScheck, Esprit. Doch Katja Ziegenaus hat den Weg in die Selbstständigkeit gewählt und vergangenes Jahr ein Yogastudio eröffnet. Wir sprachen mit der Jungunternehmerin über ihre Motivation, den Stil Vinyasa Flow, Zielgruppen und ihre zwei weiteren Standbeine.

Hallo Katja, du betreibst seit vergangenem Jahr ein Yogastudio namens urbanyogamunich. Was war deine Motivation, das zu gründen?

Felix Klimpel und Katja Ziegenaus vom Yogastudio urbanyogamunich
Felix Klimpel und Katja Ziegenaus

Als wir (Anm. d. Red.: Katja Ziegenaus und ihr jetziger Geschäftspartner Felix Klimpel) noch Auszubildende als Yogalehrer waren, brauchten wir einen Raum zum Üben. Wir haben immer im Wohnzimmer geübt oder im Flur, aber irgendwann wurde es zu eng. Dann haben wir uns erst einmal einen Übungsraum gesucht, und zwar den Raum, in dem wir jetzt unterrichten: in der Schellingstraße (Update: Mittlerweile wird in der Pfeuferstraße 38 unterrichtet). Und dann kamen immer mehr Freunde dazu, und so wurde das zu einer Art Studio. Das ist organisch gewachsen und war gar nicht so richtig geplant.

Seit wann betreibst du Yoga, und wie bist du dazu gekommen?

Seit sieben Jahren. Eine Freundin und mein Chef damals in Düsseldorf haben mich dazu gebracht, mal zu einem Yoga-Kurs mitzugehen. Der hat mir dann sehr gut gefallen. Dann habe ich ungefähr fünf Jahre lang sporadisch Yoga gemacht – dreimal im Monat –, und habe es auch nur als Sport gesehen (das Studio war auch nicht so esoterisch). Ich wusste nicht so viel über Meditation und was über die körperlichen Übungen hinausging. Nach fünf Jahren wurde Yoga für mich intensiver, und ich bin regelmäßiger gegangen und habe den positiven Effekt gespürt – auf die Laune, auf die Gesundheit, auf die Psyche. Dann habe ich mich dazu entschlossen, die Ausbildung zu machen. Das war letztes Jahr im Januar.

Vor Jahren galt Yoga noch als etwas Exotisches, Sonderbares, jetzt ist es Mainstream. Wie hast du seine Entwicklung erlebt?

Die ersten Jahre war Yoga wirklich noch ein bisschen exotisch, und es gab auch kaum Studios. Jetzt ist es fast so wie in den USA, dass sie an jeder Ecke sind. Yoga ist akzeptierter und nicht mehr nur den Ökos vorbehalten. Das ist auch genau das, was wir mit urbanyogamunich verfolgen: Wir bieten Esoterik an für die, die es mögen, aber wir wollen es niemandem aufzwingen. Als Einkäuferin für Yogamode (Anm. d. Red.: Katja arbeitete u.a. zwei Jahre für Sport Scheck und betreibt seit Kurzem einen Yogamode-Blog) bin ich erstaunt, wie schlecht eigentlich die Abverkäufe im Bereich Yogamode sind. Darauf springen die Kunden noch nicht so richtig an. Wenn ich in meinem Blog über Yogamode schreibe, habe ich deutlich weniger Klicks als wenn ich über gesunde Ernährung schreibe. Meine Kunden gehen mit ihrer Adidas- und Nike-Fitnessbekleidung zum Yoga, und das finde ich schade, weil es eben so tolle Yogamarken auf dem Markt gibt.

„Du baust nicht nur Muskeln auf, sondern wirst auch geschmeidiger“

studiocheck247.com sieht sich als Fitnessstudio-Suchportal. Wie viel Fitness und Sport steckt aus deiner eigenen körperlichen Erfahrung heraus in Yoga?

In Yoga steckt sehr viel Fitness, denn du musst sehr viele Muskeln beanspruchen. In dem Moment, in dem du Muskeln anspannst, dehnst du gleichzeitig andere Muskeln – ähnlich wie bei Pilates. Und das hat den guten Effekt, dass du nicht nur Muskeln aufbaust, sondern auch geschmeidiger wirst. Dazu lernst du, mit deinem Atem zu arbeiten, was auch für die Fitness sehr gut ist. Sowohl beim Laufen als auch bei anderen Sportarten ist die Atmung sehr wichtig. On top bekommst du noch, dass Yoga beruhigend auf den Geist wirkt, du sehr klar, entspannt und fokussiert aus den Stunden rausgehst.

Du unterrichtest Vinyasa Flow Yoga. Erkläre doch bitte einmal, was diesen Stil ausmacht.

Der Stil ist von den Haltungen und Übungen an sich wie Hatha Yoga – also ganz klassisch: Es gibt den herabschauenden Hund, die Cobra, aber wir verbinden die eher wie einen Tanz und machen pro Atemzug eine Bewegung, so dass das Ganze fließend aussieht und du nicht sehr lange in einer Übung verharrst.

Wichtig im Yogastudio: Freundschaftliches Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler

Impressionen aus dem Yogastudio urbanyogamunichWelche Zielgruppe sprichst du damit an?

Wir haben viele Kreative bei uns und Menschen, die mitten im Leben stehen, die direkt nach der Arbeit kommen. Der Hauptgrund, den sie mir nennen, warum sie zu uns kommen, ist, weil es bei uns so persönlich ist. Wir trinken mit unseren Kunden noch einen Tee. Wir wissen über das Privatleben unserer Yogis Bescheid, nehmen die auch mal mit dem Auto nach Hause. Wir sind wie Freunde. Das ist das, was uns ausmacht, und was, glaube ich, absolut einzigartig ist in München, wo die Studios oft mit 30 Leuten pro Stunde gefüllt sind. Bei uns passen nur zehn rein, und deshalb ist es so persönlich.

Und von den Berufsgruppen her?

Wir haben viele Marketing-Leute als Kunden, aber auch Ingenieure. Dazu einige Kundinnen aus sozialen Berufen. Du kannst das aber gar nicht so festmachen. Das sind jedenfalls alles offene Weltbürger-Typen, die auch gerne reisen.

Hast du auch Studenten in deinen Kursen?

Studenten haben wir im Moment noch keine, wollen aber an den Unis Werbung machen, weil wir glauben, dass es denen bei uns gut gefallen würde. Wir wollen den Studenten auch einen eigenen Tarif anbieten.

Wie setzt sich die Altersstruktur in deinen Kursen zusammen?

Unsere Hauptkunden liegen zwischen 20 und 40 und sind weiblich. Wir haben aber auch Kunden, die über 60 sind.

Wie ist die Verteilung nach Geschlechtern in Prozent?

Die Männer machen nur etwa 20 % aus.

Yogastunde im urbanyogamunichSeit diesem Jahr bietest du auch Firmenyoga an. Wie genau läuft das ab?

Die Firma meldet sich bei uns – die Personalabteilung oder der Chef. Wir verabreden eine Zeit und fahren dort hin – gerne auch mit Equipment. Eineinhalb Stunden kosten 130 Euro. Wenn die Firmenräume für den Unterricht nicht groß genug sind, kann unser Yogastudio für 40 Euro angemietet werden. In der Regel können das die Firmen von der Steuer absetzen.

„Ich wundere mich selbst über den Erfolg meines Blogs“

Neben dem Yogastudio betreibst du auch einen Blog für Yogamode und einen Online-Shop für Schmuck. Was können deine LeserInnen bzw. KäuferInnen dort erwarten?

In meinem Yogamode-Blog berichte ich komplett über die Hardware rund ums Yoga, wie ich das immer nenne – über Klamotten, Yogareisen, Yogaschmuck, yogische Ernährung oder gesunde Ernährung an sich (Ernährung ist eigentlich eines der Hauptthemen im Blog, kommt auch sehr gut an). Der Grund, warum ich den Blog angefangen habe, war: Ich wollte, dass uns eine gewisse Bloggerin aus dem Yogabereich besucht, die Berenice, mittlerweile eine Freundin von mir. Die hat sich aber zwei Monate nicht gemeldet, und daraufhin habe ich einfach selbst einen Blog gestartet. Ich wollte etwas mehr Traffic auf unsere Studioseite bringen und dachte mir: Wenn der Löwe nicht zum Schnitzel, dann kommt das Schnitzel eben zum Löwen – oder wie auch immer (lacht). Jetzt ist der Blog ganz schnell gewachsen. Nach einem Monat hatte ich schon fast 500 Follower und auf Facebook teilweise eine Reichweite von über 5.000. Ich wundere mich selbst über den Erfolg und kann mein Glück noch gar nicht richtig fassen. Das macht mir einfach mega viel Spaß. Ich möchte das jetzt auch weiter machen und habe deshalb auch meinen Job aufgegeben (Anm. d. Red.: als Area Managerin bei Esprit).

Und dein Online-Shop für Schmuck?

Das war auch eher so ein Zufall. Heute habe ich wieder eine Mala an, eine Gebetskette, die die Yogis früher getragen haben. Die waren krass drauf und haben fünf Tage im Wald einen Kopfstand gemacht. Die Kette ist z.B. aus Samen gemacht, und dazu meditiert man zu jeder Kugel und es wird ein Mantra gesprochen. Mit der Zeit wurde die Kette zu einem modischen Accessoire der Yogis. Aber ich dachte mir, dass man sie ein bisschen schöner machen könnte – mit Neon aufpeppen, aus richtigen Halbedelsteinen. Jetzt kann man die Kette bei mir kaufen. Erst habe ich sie nur für mich gemacht, wurde aber immer wieder darauf angesprochen. In den ersten zwei Wochen habe ich gleich fünf, sechs Stück verkauft. Und so habe ich beschlossen, das auch zu professionalisieren. Man kann aber auch andere Sachen bei mir kaufen – Armbänder mit Buddhas dran z.B., die ich selbst mache.

Dann wünschen wir Dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Yogastudio sowie den beiden anderen Unternehmungen und bedanken uns für das Gespräch!  

Informiere dich jetzt über urbanyogamunich! Alle wichtigen Infos zum Studio (Adresse, Preise etc.) findest du hier.
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